RÜCKBLICK



Drei Jahre nach der letzten Veranstaltung und der coronabedingten Pause fanden die Trendtage Gesundheit endlich wieder statt. Über 600 begeisterte Teilnehmende pilgerten ins KKL Luzern zum Stelldichein der Schweizer Gesundheitsbranche.

Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie soll die künftige Gesundheitsversorgung aussehen? Gestützt auf welche Kriterien wollen wir welche Reformen anpacken? Dieser Tanz zwischen Wünschen und Zwängen – das machte die Auslegeordnung deutlich –, hat keine Patentlösung für sämtliche Anliegen und Bedürfnisse parat.

Zu den Bildimpressionen

Tanz zum Auftakt



Zum Auftakt und Bezug nehmend auf die Titelgebung der Konferenz präsentieren Patricia Schaub und Martin Schmidlin einen traditionellen Tango Argentino zu intimer und sinnlicher Musik. Zum Auftakt etwas fürs Gemüt.

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Keynote zur Eröffnung



"Es war nicht alles schlecht im Kapitalismus", stellt Harald Welzer, Publizist, Professor und Direktor FUTURZWEI fest. Er spannt den grossen Bogen und ergänzt, dass die Errungenschaften der letzten zwei, drei Generationen eine Erfolgsgeschichte gewesen seien. Sie wären nicht hoch genug einzuschätzen. Dazu gehörten auch immaterielle Gewinne wie Freiheit, Partizipationsfähigkeit, Rechtssicherheit oder Glücksempfinden. Mit Blick auf den Referatstitel "Wandel zwischen Wunsch und Zwang" meint Welzer, dass es der Wunsch wäre, dass wir das, was wir zivilisatorisch erreicht hätten, weiter bewahren sollten.

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Gesundheitsausgaben – Facts & Figures



JAN-EGBERT STURM, KOF ETH Zürich

Ein Vergleich der Entwicklung der Schweizer Gesundheitsausgaben mit für uns relevanten Ländern bringt Aufschlussreiches zutage. Jan-Egbert Sturm schält zentrale und bemerkenswerte Details heraus.

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Mehr Markt
oder mehr Staat?



JÉRÔME COSANDEY, Avenir Suisse
BRUNO KAUFMANN, SRF

Gemäss Jérôme Cosandey weise das Schweizer Gesundheitssystem noch einiges Potential bezüglich Effizienz auf.

Schweden verfüge über ein national reguliertes, aber regional und lokal administriertes Gesundheitssystem, so Bruno Kaufmann. Charakteristisch seien neben der 100% Deckung durch die universelle Krankenversicherung eine hohe Ärztedichte, tiefe Bettenzahlen und schlanke Spitalstrukturen. Und: Die Pandemie habe die Digitalisierung vorangetrieben.

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«Generation Zukunft»



CLOÉ JANS, gfs.bern

Cloé Jans stellt unter anderem fest, dass sich die Generation «Z» mehrheitlich übers Internet zu Gesundheitsthemen informiere und weniger über konventionelle Medien.

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In der Diskussion kommen Vertreter:innen der Generation «Z» zu Wort. Regula Friedli-Kronenberg (JHaS), David Kolcava (Think Tank W.I.R.E.) und Patricia Luck (Universitäts-Kinderspital Zürich) weisen darauf hin, dass sich die Jungen klar weniger für die grossen gesundheitspolitischen Zusammenhänge interessieren würden als vielmehr für persönliche Anliegen, wie etwa Ernährung, Prävention oder auch psychische Leiden.

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«Der Wandel als
einzige Konstante»



PHILIP SOMMER, PwC

Philip Sommer entwirft ein ganzheitlich radikales Zukunftsbild der Versorgungslandschaft Schweiz 2035. Danach seien u.a. aufgrund des Fachkräftemangels und der medizinischen Entwicklung nicht mehr wie heute 163 akutsomatische Standorte notwendig, sondern es genügten – auf der grünen Wiese geplant – rund 50 Spitäler für eine gute Versorgungssicherheit.

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«Zwang als Auslöser
des Wandels»



BRUNO DAMANN, Regierungsrat Kt. SG

Eindrücklich zeigt Bruno Damann auf, welche Gründe im Kanton St. Gallen für eine Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung nötig waren. Er hält weiter fest: "Die Spitalstrategie erwies sich trotz der Pandemie als richtig und notwendig."

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Vom Wert
des (Über-)Lebens



LUDWIG HASLER, Philosoph, Autor
DAVID SPOERLÉ, Krebsbetroffener

Die beiden Protagonisten sinnieren aus Ihren eigenen Perspektiven über tiefgreifende und existentielle Fragen: Woher kommen wir, … wie sieht unsere irdische Aufenthaltsreise aus, die auch einer Pilgerreise auf Erden gleicht, … wohin gehen wir, … oder auch, wie kann ich mich vor mir selber schützen, um zu überleben.

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WIE GEFÄHRLICH IST DIE ÖKONOMISIERUNG?



BERNHARD EGGER, Freiburger-Spitäler HFR

Bernhard Egger macht sich trotz einem sehr guten Gesundheitssystem Sorgen. «Der Patient und sein Wohl im Zentrum…» komme in der Begrifflichkeit immer weniger vor. Ausdrücke wie Profit, Bilanz, Bettenbelegung, Defizit würden bedeutsamer. Er konstatiert einen gefährlichen Weg in die Industrialisierung und Kommerzialisierung.

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Medizin
mit Augenmass



CHRISTOPH HENZEN, Luzerner Kantonsspital

Hippokrates sagte einst: «Der gute Arzt weiss, was zu tun ist … der bessere Arzt weiss, was zu lassen ist», ordnet Christoph Henzen gleich zu Beginn unmissverständlich ein. Eine weitere Voraussetzung von Real Smarter Medicine sei eine gelebte Interprofessionalität, es brauche ein Team auf Augenhöhe mit dem Patienten im Fokus, das gemeinsam kooperiere. Die Zeiten der Superheroes im weissen Kittel seien vorbei.

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Nächste Phase
Digitalisierung



STEPHAN SIGRIST, Think Tank W.I.R.E.

Stephan Sigrist stellt klar, dass die Digitalisierung kein Selbstzweck sei. Sie solle Nutzen stiften. Dieser finde sich jedoch nicht in Virtualisierungstechnologien, nicht in der Blockchain, nicht bei der Künstlichen Intelligenz, sondern bei der Frage, was die Menschen in Zukunft wirklich bräuchten. Und: Algorithmen könnten sehr viel - wir würden heute aber auch eine gewisse Entfernung von den Allmachtsphantasien erkennen. Abschliessend meint Sigrist: «Wir müssen aufhören, Digitalisierung als Wunderwerkzeug anzusehen.»

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Covid-19 - Booster der Digitalisierung



GURU SIVARAMAN, USZ

Der Chef ICT des USZ zeichnet ein eindrückliches und gleichzeitig einfaches Bild: «Die digitale Disruption schleicht sich von unten an.» Lange werde jeweils darüber geredet, und plötzlich sei die neue Technologie da und generiere einen grossen Nutzen. Dieser Prozess sei aber nicht trivial. Es brauche dazu u.a. neue Kompetenzen, ein neues Commitment, Agilität und Leistungsstärke hinsichtlich IT-Prozessen. Und mit Rückschlägen sei zu rechnen.

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Erwartungen an die Digitalisierung



Panel Digitalisierung

Das abschliessende Podium «Was wir von der Digitalisierung erwarten dürfen» machte vor allem eines deutlich: Wir stehen noch ziemlich am Anfang. Guru Sivaraman (USZ), Yvonne Gilli (FMH), Tobias Kober (Siemens Healthineers) und Stephan Sigrist (W.I.R.E.) waren sich einig, dass wir zuerst noch ein Grundnarrativ entwickeln und mutig das grosse Bild zeichnen müssten, was die Digitalisierung ausmache, was sie könne und was sie nicht könne, ohne sich in Kleinstprojekten zu verlieren. Dennoch werde es nie ein Spital geben, das «purely digital» funktioniere. Und weiter: Digitalisierung sei nicht nur ein Kulturwandel, sondern es entstünden auch völlig andere und neue Prozesse als auf der analogen Ebene. Zur Bewältigung brauche es unbedingt die Partizipation der Ärzt:innen. Und mit Blick aufs Ganze: Ärzteschaft, Versicherungen und Industrie müssten jetzt gemeinsam eine hochstehende digitale Gesundheitsversorgung entwerfen.

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