Trendtage Gesundheit liefern Impulse für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem
Am Donnerstag, 26. März 2026 sind die 21. Trendtage Gesundheit Luzern erfolgreich zu Ende gegangen. 500 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der Schweizer Gesundheitsbranche nutzten die Veranstaltung für den persönlichen Austausch und erhielten Inputs rund um das Thema «Grenzenlosigkeit»
Die Trendtage Gesundheit Luzern fanden am 25. und 26. März 2026 zum 21. Mal im KKL Luzern statt und bestätigten einmal mehr ihre Bedeutung als zentrale Dialogplattform der Schweizer Gesundheitsbranche. Über 40 Referentinnen und Referenten beleuchteten das diesjährige Leitthema «Grenzenlosigkeit» aus medizinischer, politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive. Im Zentrum standen Fragen zur Überwindung bestehender Systemgrenzen ebenso wie zum bewussten Umgang mit notwendigen Abgrenzungen.
Michaela Tschuor, Regierungspräsidentin und Vorsteherin des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Luzern, eröffnete die Konferenz und betonte die Bedeutung einer konsequenten Ausrichtung des Gesundheitssystems an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten: «Unsere Patientinnen und Patienten erwarten eine qualitativ hochstehende und gleichzeitig finanzierbare medizinische Versorgung – unabhängig davon, wo und wie diese erbracht wird. Und genau deshalb müssen wir die Grenzen in unseren Strukturen überwinden.»
Grenzen verschieben und neu definieren
Im Verlauf der zwei Kongresstage wurde aufgezeigt, wo die Grenzen im Gesundheitssystem heute liegen, wie sie sich verschieben lassen und wo bewusst neue Grenzen gesetzt werden müssen. Unter anderem zeigten Oswald Kothgassner und Martin Stocker auf, wie sich die Möglichkeiten in der Neonatologie sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie stetig erweitern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wo klare Grenzen notwendig bleiben, etwa aus ethischer Sicht oder im Umgang mit sensiblen Daten beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Auch die Grenzen der Belastbarkeit im Gesundheitswesen wurden thematisiert. Die hohe Beanspruchung des Personals führt zu zunehmendem Stress, langfristigen gesundheitlichen Folgen und einer sinkenden Attraktivität der Berufe. Diese Entwicklung verschärft den Fachkräftemangel zusätzlich. Die Referierenden gaben Einblicke in die aktuelle Lage und zeigten Lösungsmöglichkeiten auf. Auch Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit BAG, unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit und sagte, dass man über bestehende Systemgrenzen hinausgehen muss und bereit sein soll, bestehende Rollenbilder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
KI zwischen Unterstützung und Verantwortung
Am zweiten Konferenztag standen die aktuellen Entwicklungen in der Gesundheitsindustrie sowie das Thema KI im Mittelpunkt. Die Referate und Diskussionen zeigten, dass KI medizinische Fachpersonen zunehmend unterstützen kann. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt jedoch beim Menschen. Zudem kommt es aktuell noch häufig zu Missverständnissen und systematischen Fehlern, weshalb insbesondere die Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie weiterentwickelt werden muss und es neue Kommunikationskanäle braucht.
Auch die Schweizer Pharma- und Medizintechnikindustrie steht angesichts der geopolitischen Entwicklungen vor der Herausforderung, sich neu auszurichten und ihre Grenzen zu verschieben. Diego Taboada, Direktor Romandie und Senior Fellow bei Avenir Suisse, betonte, dass marktgerechte Preise eine zentrale Voraussetzung bleiben. Diese könnten jedoch nur auf Basis einer deutlich verbesserten Datengrundlage entstehen. Gleichzeitig seien Innovation und qualifizierte Fachkräfte entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Um diese langfristig zu sichern, müsse die Attraktivität des Standorts Schweiz gezielt gestärkt werden.
Thesma gewinnt den Startup-Award
Bereits zum dritten Mal wurde an den Trendtagen Gesundheit der Startup Award verliehen. Der Publikumspreis zeichnet ein aufstrebendes Jungunternehmen aus der Branche aus. Gewonnen hat den Preis das Unternehmen Thesma. Mit ihrer Box verwandeln sie anstrengende Inhalations- und Atemphysiotherapie in ein motivierendes Spielerlebnis. Patientinnen und Patienten steuern mit ihrer Atmung ein Spiel. Mit digitaler Unterstützung wird Therapietreue und Lebensqualität von Kindern mit chronischen Lungenerkrankungen gesteigert.
Weitere Informationen zu Thesma
Plattform für Austausch und Vernetzung
Ergänzend zum Hauptprogramm wurden auch in diesem Jahr wieder verschiedene Sonderformate wie die Startup-Expo oder der Lunch-Event «Meet the Experts» durchgeführt. Sie boten Raum für Austausch und wurden von den Teilnehmenden rege genutzt.
Die nächsten Trendtage Gesundheit finden vom 10. bis 11. März 2027 im KKL Luzern statt.